Wir feiern eine Erfolgsgeschichte!

Erstellt am: 02.10.2020 – Geändert am: 02.10.2020

Norbert Barthle zu 30 Jahren Deutsche Einheit

Die deutsche Einheit ist in der Bilanz ihrer ersten dreißig Jahre eine Erfolgsgeschichte. Mit dieser Einschätzung kommentiert der Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. „Auf diese Bilanz dürfen wir stolz sein, und für die historische Chance im Herbst 1990 müssen wir dankbar sein,“ so Barthle.

Diese Einschätzung teile auch die große Mehrheit der Bevölkerung, berichtet der Abgeordnete: Jeweils vier von fünf Ostdeutschen und Westdeutschen sind der Überzeugung, dass die Vorteile der Wiedervereinigung überwiegen. Barthle: „Tatsächlich zeigen viele Fakten eine langfristige Tendenz zur Angleichung der Lebensqualität, der politischen Einstellungen und der Sozialkultur in beiden Teilen des Landes. Die von Helmut Kohl versprochenen ‚blühenden Landschaften‘ sind längst erlebbare Realität.“ Dennoch fühlten sich viele Menschen in Ostdeutschland persönlich zurückgesetzt. Deutlich mehr Bürgerinnen und Bürger als im Westen des Landes sagen im Osten, ihnen werde in der Gesellschaft nicht der verdiente Respekt entgegengebracht. „Mit dieser Gefühlslage müssen wir uns auseinandersetzen; sie spiegelt den tatsächlichen Stand der Transformation wider, die seit 1989/90 stattgefunden hat. Einerseits fällt die Bilanz der Erneuerung beachtlich aus, was etwa in der nachgeholten Modernisierung der Infrastruktur und des Bildungswesens, in der Beseitigung von Umweltschäden und im Aufbau einer wettbewerbsfähigen Wirtschaft erkennbar ist. Andererseits zeigen die Daten, dass zwar auch Ostdeutschland Groß- und Mittelstädte hat, die sich dynamisch entwickeln, aber zugleich nahezu flächendeckend ländliche Regionen aufweist, die unter einer dauerhaften Strukturkrise leiden. Hier sind wir nach wie vor gefordert,“ zeigt sich Barthle überzeugt: „Auftrag der Politik ist es, in ganz Deutschland für gleichwertige Lebensverhältnisse zu sorgen. Dank der in vielen Bereichen positiv verlaufenen ostdeutschen Entwicklung orientiert sich die Erfüllung dieses Auftrags nicht mehr automatisch an der Scheidelinie zwischen West und Ost; auch viele westdeutsche Regionen sind von ‚gleichwertigen Lebensverhältnissen‘ zunehmend entfernt.“

Dennoch blieben in Ostdeutschland auch künftig besondere Herausforderungen zu bewältigen, weil dort einigungsbedingte Probleme nachwirken und durch strukturelle Krisen jüngeren Datums überlagert und verstärkt werden. Beispiele hierfür sind die Überalterung, der Fachkräftemangel, die ausgedünnte Grundversorgung in ländlichen Räumen sowie der industrielle Umbruch in den Braunkohlerevieren. „Nach 30 Jahren bleibt das Fazit: Viel erreicht – noch viel zu tun! Wichtig ist mir persönlich, dass insbesondere für die junge Generation auch die ‚Mauer in den Köpfen‘ Vergangenheit ist,“ freut sich Barthle abschließend.



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